Valeoverbund
Zitat aus einem Pressebericht zum Thema „Wächterlymphknoten“

Seit 20 Jahren galt unter Medizinern der Standard, nach der Diagnose „Brustkrebs“ nicht nur den Tumorherd, sondern auch bis zu 20 Lymphknoten in der Achselhöhle zu entfernen. Dieses Verfahren war unabhängig davon, ob Lymphknoten befallen waren.

 

Nur bei 40 Prozent aller bösartigen Brusttumoren, so Dr. Susanne Vogel, werden aber befallene Lymphknoten gefunden. 60 Prozent der Patientinnen werden demnach übertherapiert, wovon bis zu 15 Prozent unter Umständen ein Leben lang unter den Folgen der Operation zu leiden haben. Chronische Schmerzsymptome, Bewegungseinschränkungen und Lymphödeme gehören. dazu.

Diese Leidensgeschichte können wir einer bestimmten Gruppe von Patientinnen nun ersparen. Voraussetzung dafür ist: Der Tumor in der Brust sollte nicht größer als drei Zentimeter sein, und die Sonografie der Achselhöhle darf  keinen Hinweis auf Metastasierung geben. In diesen Fällen bieten wir eine sogenannte Sentinel-node-Biopsie an. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Entnahme des sogenannten Wächterlymphknotens.

Große Studien ergaben, dass eine Streuung des Tumors zuerst in den Wächterlymphknoten erfolgt. Ist dieser tumorfrei, so sind es die anderen Lymphknoten auch.

Die Ortung dieses Wächterlymphknotens ist allerdings relativ aufwendig. Er liegt nicht bei jeder Frau an der gleichen Stelle und kann weder durch Röntgen, Ultraschall oder Abtasten gefunden werden.

Deshalb wird der Patientin am Vortag der Brustoperation in der Abteilung für Nuklearmedizin ein schwach radioaktiv markierter Eiweißpartikel in die Nähe des Tumors gespritzt. Über die Lymphbahnen reichert sich die Substanz innerhalb weniger Minuten in den Lymphknoten an. Eine lymphszintigrafische Bildaufnahme verrät uns dann die Lage des Wächterlymphknotens. Eine Handsonde, eine Art „Mini-Geigerzähler“, kann den Knoten anschließend millimetergenau lokalisieren und seine Lage so auf der Haut markiert werden.

Am Operationstag genügt ein sehr kleiner Hautschnitt, um den am stärksten reaktiv reagierenden Lymphknoten zu entfernen. Der Pathologe prüft den entfernten Knoten auf Tumorbefall. Nur wenn das Ergebnis positiv ausfällt, müssen mindestens weitere neun Lymphknoten entfernt werden.

 

Während der zeitliche Mehraufwand für die Patientinnen nur gering ist, unterwirft sich die Frauenklinik mit der Sentinel-Node-Biopsie einem erheblichen personellen und zeitlichen Aufwand. Ein speziell geschultes Expertenteam aus mehreren Fachabteilungen ist an den Befunden und der Operation beteiligt.


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