Bauchwand- und Narbenbrüche

Narbenbrüche sind Lücken im Narbenbereich nach Bauchoperationen, die oft Jahre später auftreten können. Sie entstehen dann, wenn das Narbengewebe sich nicht festigen konnte. Es können auch ohne vorherige Operationen Lücken in der Bauchdecke auftreten. Diese heißen dann Bauchwandbrüche.
Wie bei Leistenbrüchen, kann durch diese Lücken Darm nach außen treten und eine sichtbare Vorwölbung verursachen. Es kann  auch bei Narbenbrüchen zu Einklemmungen kommen, die eine Notfalloperation erfordern.

Symptome

Schwellung an der Bauchwand, die sich nach und nach vergrößert. Ziehende Schmerzen können auftreten. Eventuell erschwerter Stuhlgang.

Untersuchung

Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen, Ultraschall, bei großen Brüchen CT-Untersuchung des Bauches (Computertomographie)

Operationen von Bauchwandbrüchen

Ein Bauchwand- oder Narbenbruch bildet sich niemals von selbst zurück. Er kann sogar mit der Zeit immer größer werden. Nur eine Operation kann die Lücke in der Bauchwand schließen und damit die Gefahr einer Einklemmung von Organen verhindern.
Auch die Operation von Bauchwandbrüchen kann häufig durch eine minimal-invasive Operation erfolgen. Dann wird ein Kunststoffnetz zur Verstärkung der Bauchwand eingebracht.
Die offenen Operationen werden bei sehr großen Brüchen und/oder starken Verwachsungen nach vorherigen Operationen durchgeführt. Hierbei kann Mobilisation der Bauchdecke, Raffung der Bauchdecke und Einbringen eines Kunststoffnetzes oder Kombinationen dieser Methoden angewendet werden. Wichtig ist hierbei, dass für jeden Patienten ein maßgeschneidertes Konzept individuell erstellt wird.

Eine längere körperliche Schonung ist nach Operationen einer Bauchwand oder Narbenhernie üblich. Sie beträgt zwischen 4 und 6 Wochen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt je nach Operationsverfahren zwischen drei Tagen und zwei Wochen.

Minimal-invasive Operation: IPOM-Verfahren

Über drei kleine Schnitte an der Bauchdecke, möglichst weit vom Bruch entfernt, werden eine Kamera und spezielle Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Dann wird in dieser Technik ein beschichtetes Kunststoffnetz innen vor die Bruchstelle gelegt. Das Netz soll die Bruchränder an allen Seiten fünf Zentimeter überragen. Die Beschichtung des Netzes soll ein Verkleben des Darmes verhindern. Es wirkt dort wie ein Trampolin. So kann sich der Darm nicht durch die Leistenwand drücken.
Diese Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert zwischen 30 Minuten und zwei Stunden.
Nach einer minimal-invasiven Operation sind unsere Patienten schneller wieder mobil und können meist nach zwei bis drei Tagen das Krankenhaus wieder verlassen. Die Risiken von Komplikationen nach der Operation wie Thrombosen, Lungenembolien oder Lungenentzündungen sind bei dieser Methode deutlich geringer. Da man die kleinen Schnitte kaum sieht, sind die kosmetischen Ergebnisse sehr gut.

Minimal-invasive kombinierte Komponentenseparation

Die Mobilisation der Bauchdeckenschichten kann auch mit minimal-invasiver Technik erfolgen. Dadurch können die Schichten kulissenartig verschoben werden. Dieses ist ein technisch sehr aufwändiges Verfahren, das aber häufig die Voraussetzung für einen dauerhaften Verschluss der Bauchdecke darstellt. Die eigentliche Bruchversorgung erfolgt dann mit Nähten und/oder Kunststoffnetz.

Offene Operation

Mobilisation der Bauchdecke (offene Komponentenseparation)

Um eine große Bruchlücke zu verschließen, müssen die unterschiedlichen Schichten der Bauchdecke mobilisiert, d.h., beweglich gemacht werden, damit die Schichten kulissenartig verschoben werden können. Dieses ist ein technisch sehr aufwändiges Verfahren, das aber häufig die Voraussetzung für einen dauerhaften Verschluss der Bauchdecke darstellt.

Raffung der Bauchdecke

Bei kleinen Brüchen werden die Schichten der Bauchdecke einander angenähert und verschlossen.

Einbringen eines Kunststoffnetzes

Bei der offenen Operation eines Bauchwandbruches können Kunststoffnetze in unterschiedlichen Schichten der Bauchdecke verankert werden. Sie können entweder als Bauchdeckenersatz oder als Bauchdeckenverstärkung verwendet werden.

Zur Versorgung mittlerer und größerer Bauchwand- und Narbenbrüche werden oft mehrere der oben genannten Verfahren kombiniert.

Wir beraten Sie in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch individuell über die für Sie in Frage kommenden Verfahren.